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 Post subject: Prof. Dr. Stefan TROEBST
PostPosted: 27 Sep 2008 09:52 
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Keine Vergangenheitsbewältigung in Griechenland und Bulgarien

Im Interview mit der BBC beschreibt Prof. Stefan Toebst (Universtität Leipzig) seinen Standpunkt bzgl. des Streits zwischen Griechenland und Makedonien.
Seiner Meinung hat sich Makedonien bereits zu einem Kompromiss entschlossen, als die Staatsflagge und die Verfassung geändert wurde (1995). Die weiteren Forderungen Griechenlands wie die Änderung des Staatsnamens seien schlicht unbegründet.

Hier liegt die griechische Dimension, welche eng mit der Identität der Griechen verbunden ist und die Frage, wer denn die Griechen seien ist komplexer als die Frage, wer die Makedonier sind.

Das Trauma des 20. Jahrhunderts, der zweite Weltkrieg und der Bürgerkrieg in den vierziger Jahren wurde nie öffentlich in der griechischen Gesellschaft thematisiert und diskutiert. Der Bürgerkrieg hatte ja nicht nur einen ideologischen Aspekt sondern auch eine ethnisch-politische Dimension.

„Die Slawen und Makedonier auf der einen Seite, und der Hellenismus auf der anderen Seite liefern die Grundlage für eine Makedonien-Angst. Diese Angst ist nicht verbunden mit der heutigen Republik Makedonien oder auch mit dem ehem. Jugoslawien. Diese Angst kommt aus dem Inneren Griechenlands. Dieses Problem kann nicht von Außen gelöst werden, sondern kann nur in Griechenland von den Griechen alleine gelöst werden.”

Auf die Frage, wie er die veränderte Politik Bulgariens mit Bezug auf Makedonien sieht, antwortet Prof. Troebst enttäuscht. ” Dies ist sehr enttäuschend, weil in den 90er Jahren der bulgarische Präsident eine konstruktive und pragmatische Politik gegenüber Makedonien führte. Sie erkennten zwar den Staat an, aber nicht die Nation. Jedoch wird sich dass auch noch ändern.”

Prof. Troebst weiter: “Bulgarien ist nun EU-Mitglied geworden und nutzen diese Mitgliedschaft genauso wie Griechenland aus, um ihre eigenen nationalen und regionalen Interessen zu stärken und durchzusetzen, anstatt dass die darüber nachdenken sollten, wie sie ihre Möglichkeiten zum Nutzen der EU einsetzen könnten. Die vereinten Kräfte Bulgariens und Griechenlands gegen Makedonien sind eine gefährliche Tendenz und Brüssel (die EU aber auch die NATO) darf so etwas nicht tolerieren, dass einzelne EU-Mitglieder auf Nachbarländer Druck ausüben, die nicht in der EU sind.

BBC: Warum erkennt die bulgarische Regierung einen makedonischen Staat an, aber nicht die Nation?

Prof. Troebst: “Zunächst muss man sich im Klaren sein, dass nicht Regierungen andere Nationen anerkennen, sondern nur Staaten, unabhängig davon ob sie die Identität der Nation, die in diesem Staat lebt, mag oder nicht. Wir haben in Deutschland Zwischenfälle von Flüchtlingen aus Bulgarien mit einer makedonischen ethnischen Herkunft welche den dt. Gerichten überzeugen müssen, dass die Lebensbedingungen für die in Sandanski und Petric (Städte in Südwestbulgarien) schlecht sind und sie dort einen Flüchtlingsstatus haben. [..].
Dieses Beispiel zeigt, dass die bulgarische, aber auch die griechische Gesellschaft ihre eigene Vergangenheit überwunden hat.”

http://www.pelagon.de/?p=307

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12/21/2012 @11:11p.m. , what will happen ?

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1) Macedonians belong to the "older" Mediterranean substratum...
2) Macedonians are not related with geographically close Greeks, who do not belong to the "older" Mediterranenan substratum...


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 Post subject: Re: Prof. Dr. Stefan TROEBST
PostPosted: 27 Sep 2008 09:55 
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Joined: 27 Dec 2005 12:55
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Location: annexed Macedonia (1912)
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Vita Prof. Dr. Stefan TROEBST
Geb. am 10.1.1955 in Heidelberg; 1974-1984 Studium der Geschichte, Slavistik, Balkanologie und Islamwissenschaften an der Freien Universität Berlin sowie an den Universitäten in Tübingen, Sofia (Bulgarien), Skopje (Jugoslawien, heute Makedonien) und an der Indiana University in Bloomington, (U.S.A.); 1984 Promotion zum Thema "Mussolini, Makedonien und die Mächte 1922-1930. Die 'Innere Makedonische Revolutionäre Organisation' in der Südosteuropapolitik des faschistischen Italien"; 1984-1992 Wiss. Mitarbeiter sowie Hochschulassistent für Osteuropäische Zeitgeschichte am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin; 1992-1995 Habilitationsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie im Auftrag des Auswärtigen Amtes deutsches Mitglied in den Langzeitmissionen der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) in Makedonien und Moldova; 1995 Habilitation mit dem Thema "Handelskontrolle - 'Derivation' - Eindämmung. Schwedische Moskaupolitik 1617-1661"; 1995 Lehrstuhlvertretung für Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr Hamburg und Berater der vom Carnegie Endowment for International Peace und dem Aspen Institute Berlin eingerichteten International Commission on the Balkans; 1996 Heisenberg- Stipendium der DFG sowie Ernennung zum Gründungsdirektor des dänisch-deutschen European Centre for Minority Issues (ECMI) in Flensburg. Seit 1999 Professor für Kulturstudien Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig, zugleich leitender Wissenschaftler am GWZO.

Funktionen

Mitherausgeber der Zeitschrift European Review of History/Revue européenne d'histoire (Basingstoke, Philadelphia, PA)

Mitherausgeber der Zeitschrift The Global Review of Ethnopolitics (http://www.ethnopolitics.org/) (Bath, Großbritannien)

Mitherausgeber der Zeitschrift Southeast European Politics (http://www.seep.ceu.hu) (Budapest, Ungarn)

Mitherausgeber der Zeitschrift Journal on Ethnopolitics and Minority Issues in Europe (http://www.ecmi.de/jemie/) (Flensburg)

Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift NORDEUROPAforum (Berlin)

Mitherausgeber der Zeitschrift COMPARATIV. Leipziger Beiträge zur
Universalgeschichte und vergleichenden Gesellschaftsforschung (Leipzig)

Herausgeber der Buchreihe Visuelle Geschichtskultur (Köln, Wien, Weimar)

Mitherausgeber der Buchreihe Forschungen zur Geschichte und Kultur des
östlichen Mitteleuropa (Stuttgart)

Mitherausgeber der Buchreihe Gesellschaften und Staaten im Epochenwandel (Frankfurt/M.)

Mitglied des internationalen Beirats des Jahrbuchs des Simon-Dubnow-Instituts/Simon Dubnow Institute Yearbook (München)

Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Jahrbücher für Geschichte und Kultur Südosteuropas (München)

Mitglied des wissenschaftlichen Beirats (Advisory Council) des European Centre for Minority Issues (ECMI) (Flensburg)

Mitglied des Fachbeirates Wissenschaft der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (Berlin)

Mitglied der Fachkommission Zeitgeschichte des Herder-Forschungsrats (Marburg/L.)

Mitglied des Konsortiums des Southeast European Minorities Network (seeMinoritiesNetwork) (Bonn)

Sprecher des internationalen Promotionsstudiengangs "Transnationalisierung und Regionalisierung vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart" am Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Zentrum des Zentrums für Höhere Studien der Universität Leipzig

Mitglied des Vorstandes des Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Zentrums am Zentrum für Höhere Studien der Universität Leipzig

Koordinator des Masterstudiengangs "European Studies" an der Universität Leipzig

Mitglied des Sasakawa Young Leaders Fellowship Fonds (SYLFF)-Komitees der Universität Leipzig zur Vergabe des SYLFF-Stipendiums der Nippon Foundation (Tokio, Japan)

Kooptiertes Mitglied der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der Universität Leipzig

Vertrauensdozent der Heinrich Böll Stiftung an der Universität Leipzig

Mitglied des Leitungsgremiums des "Ohio-Leipzig European Center" (OLEC) der Universität Leipzig und der Ohio University (Athens, Ohio, USA)

Experte des "Committee on Migration, Refugees and Population" der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (Strasbourg)

Mitglied des European Thematic Network for History CLIOHnet (Florenz)
Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Moldova-Instituts Leipzig (MIL)
Mitherausgeber des "Jahrbuchs für internationale Kommunismusforschung" (Berlin)
Mitglied des Zentrums für Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Leipzig
Mitglied des Beirats der "Enzyklopädie Jüdischer Kulturen" (Leipzig)
Mitglied des Internationalen Beirats der Buchreihe "Soviet and Post-Soviet Politics and Society" (Stuttgart)

http://www.uni-leipzig.de/gwzo/b_troeb.htm

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12/21/2012 @11:11p.m. , what will happen ?

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